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Freitag, 18 Mai, 2018

Rund 16 Millionen Menschen engagieren sich ehrenamtlich im Bildungsbereich. Sie sind organisiert in knapp 300.000 gemeinnützigen Organisationen. Damit ist Bildung das zweitwichtigste Engagementfeld in Deutschland. Nur im Sportbereich gibt es noch mehr Vereine und Engagierte. Das ergab eine Sonderauswertung des ZiviZ-Surveys, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Fünf Prozent Zuwachs in fünf Jahren

Sie entwickeln eigene Bildungsangebote, sind als Förderverein oder bildungspolitisch aktiv. Von den mehr als 630.000 Organisationen in der Zivilgesellschaft engagieren sich 297.000 gemeinnützige Organisationen im Bildungsbereich. Das ist ein Zuwachs von fünf Prozentpunkten allein in den letzten fünf Jahren. Auch die Zahl der im Bildungskontext aktiven Stiftungen ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Neben den 280.000 Vereinen machen die annähernd 10.000 Bildungsstiftungen allerdings nur einen kleinen Anteil aus.

Neue Organisationsformen

Der regelrechte Gründungsboom in den letzten zwanzig Jahren hat neue Organisationstypen hervorgebracht: Die „neue Bürgerschaft“ (Beispiel: Fördervereine von Schulen) und die „neuen Professionellen“ (Beispiel: öffentlich geförderte Einrichtungen, die Förder- und Betreuungsangebote in Ganztagsschulen übernehmen). Sie unterscheiden sich erheblich in ihren Arbeitsstrukturen und arbeiten unterschiedlich stark mit anderen Bildungsakteuren zusammen. 

Besonders Zusammenarbeit im schulischen Bereich, aber auch für Erwachsene

Die Sonderauswertung des ZiviZ-Surveys zeigt, die meisten Kooperationen finden im schulischen Rahmen statt. In anderen Kontexten, wie lebenslangem Lernen werden Vereine und Stiftungen bisher selten berücksichtigt. 90 Prozent der Vereine, vor allem ältere Organisationen, wie die klassischen Vereine, werden bislang kaum in die aktuelle Bildungslandschaft integriert. Gerade diese machen jedoch vielfältige Angebote, die sich nicht nur an Kinder richten, sondern auch an Erwachsene. Dabei geht es unter anderem um gezielte Weiterbildung für Senioren. Vereine zum Beispiel, die ältere Menschen am Computer schulen, um auch ihnen die digitale Welt näher zu bringen. Damit leisten Vereine auch wertvolle Integrationsarbeit und stärken den sozialen Zusammenhalt vor Ort. 

Problem: Unwissenheit!

Doch oft kommt es erst gar nicht zu einer Zusammenarbeit von Vereinen mit öffentlichen Bildungsakteuren. Der Grund ist vor allem Unwissenheit. Zum einen ist das Konzept der Bildungslandschaften 70 Prozent der gemeinnützigen Organisationen nicht bekannt. Zum anderen wissen Kommunen oft nicht, wie viele bildungsrelevante Akteure es aus der Zivilgesellschaft vor Ort gibt. 

Um das Potenzial von allen Engagierten im Bildungsbereich in Zukunft auszuschöpfen, sollten Vereine, Stiftungen und andere gemeinnützige Akteuren aus der Zivilgesellschaft zukünftig sichtbarer werden und sich als Bildungsakteure stärker positionieren. 

Auch Weiterbildungsprogramme durch Bildungsengagement geboten

Nicht nur der Bildungsbereich, sondern auch der deutsche Arbeitsmarkt wird von gemeinnützigen Organisationen geprägt. Aber auch hier spielen sie in der öffentlichen Wahrnehmung und in der Politik eine unterbewertete Rolle. Das zeigt eine zweite Studie des Stifterverbandes, gefördert von der JPMorgan Chase Foundation. Über drei Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte sind in gemeinnützigen Organisationen tätig, die Mehrheit im Gesundheits- und Sozialwesen. 44.000 von diesen gemeinnützigen Organisationen sind wiederum in einem als direkte Vermittler in den Arbeitsmarkt aktiv. Sie kennen ihre Zielgruppen oftmals besser als staatliche Angebote und bieten zum Beispiel passgenaue berufliche Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote an. 

(Quelle: idw-online.de)