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Montag, 23 Mai, 2016

Inhaltsverzeichnis

Der Bachelor-Abschluss steht schon seit seiner europaweiten Einführung durch die Bologna-Reform in der Kritik: zu wenig Inhalt, zu verschult, nicht flexibel genug und gleichzeitig nicht ausreichend berufsqualifizierend ist das, was man am häufigsten hört. Nun arbeiten die Kultusminister in Deutschland an Reformen.


Dabei soll der Bachelor vor Allem entschleunigt werden. Auch wenn die Änderungen noch nicht endgültig beschlossen sind, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie in Kürze in Kraft treten. Die Kultusminister gehen dabei von verschiedenen Ebenen aus, an denen die Reformen greifen sollen: europaweit, auf Bundesebene, auf Landesebene und auf Hochschulebene, erklärte der Rektor der Uni Siegen, Holger Burkhart gegenüber dem Deutschlandfunk.

Orientierungsphase zu Beginn

Besonders in den ersten zwei Semestern soll den Studierenden eine Orientierungsphase ermöglicht werden. Die Noten aus diesem Zeitraum sollen nicht mehr zur Abschlussnote zählen, wodurch auch das „Bulimielernen“ reduziert werden soll, erklärte Bernhard Kampen, Präsident des Deutschen Hochschulverbandes. 

Weniger Module

Eine weitere Maßnahme gegen den Notenstress soll eine Überarbeitung der kleinteiligen Module sein. Derzeit kommt es nicht selten vor, dass in jedem Kurs und in jeder Vorlesung eine Prüfung abgelegt werden muss, die sich auf die Bachelor-Abschlussnote auswirkt.

Notendruck am Anfang entschärfen

Dadurch hatten die Studierenden bisher auch wenig Möglichkeiten, sich zu Beginn des Studiums erst einmal zu orientieren oder in verschiedene Fächer „hineinzuschnuppern“. Während die Kultusminister zwar verhindern wollen, dass Studierende jahrelang ziellos Veranstaltungen in allen möglichen Fachrichtungen besuchen, sollen sie doch die Möglichkeit und Zeit haben, auch fachverwandte Vorlesungen zu besuchen.

Individuellere Gestaltungsmöglichkeiten

Gleichzeitig soll den Hochschulen die Möglichkeit gegeben werden, das Bachelorstudium statt in 6 Semester häufiger in 8 Semestern anzubieten. Außerdem soll der Studienverlauf individuell angepasst werden können, je nachdem, ob der Bachelor zu einer (ersten) beruflichen Qualifikation oder zu einem Masterstudium führen soll. All diese Änderungen sollen langfristig dazu führen, dass weniger Druck auf den Studierenden lastet, sie sich individueller für Wahlmöglichkeiten und interdisziplinäre Studien entscheiden können und gleichzeitig die Qualität sowie die Anerkennung des Bachelors steigt.