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Donnerstag, 20 April, 2017

Trinken, Drogen, Aufputschmittel und viel Party- so sieht zumindest das Klischee vom Studium oft aus. Doch dahinter steht eine dunkle Seite: Rund ein Viertel der Studierenden brechen ihr Studium ab, der Missbrauch von Drogen und Alkohol sowie psychischen Problemen nimmt zu. Einige Studien wollen dem nun auf den Grund gehen.

28% brechen ab

Das bayerische Staatsministerium für Hochschulforschung schätzt, dass 28% aller Studienanfänger ihr Bachelorstudium abbrechen. Einige haben sich sicher für ein falsches Fach entschieden oder merken, dass ein Studium in ihrer derzeitigen Lebensphase nicht passt.

Doch warum so viele Studierende nicht ans Ziel kommen, soll nun besser erforscht werden. Die ersten Projekte dazu sind vor Kurzem gestartet.

Hoher Alkoholkonsum, Depression, mentale Probleme

Denn dass es ein Problem gibt, lässt sich an verschiedenen Faktoren messen: der Konsum von Alkohol, Drogen und Aufputschmitteln hat seit 2010 deutlich zugenommen. Doch die Studierenden machen nicht einfach mehr Party, sie leiden auch häufiger an Depression oder müssen psychologische Hilfe in Anspruch nehmen.

Leistungsdruck und kürzere Schulzeiten als Grund

Dafür werden verschiedene Gründe vermutet: das jüngere Eintrittsalter in Universitäten durch verkürzte Schulzeiten, der hohe Druck, sich schon früh optimal für eine Karriere zu positionieren und die hohen Leistungserwartungen. Denn das Bachelorstudium ist oft so konzipiert, dass jede Prüfung, jede Präsentation und jeder Kurs zur Gesamtnote beitragen. Fehler oder kurze Phasen eines Leistungseinbruchs kann man sich praktisch nicht mehr leisten.

Studien zur Resilienz beginnen

In verschiedenen Studien soll nun erforscht werden, welche Faktoren die mentale Widerstandskraft der Studierenden, die Resilienz, stärken lässt. Dabei soll auch erforscht werden, wovon überhaupt ein erfolgreicher Studienverlauf abhängt. Derzeit laufen die Vorbereitungen, die Datenerhebung soll im Herbst beginnen.

Widerstandskraft erhöhen

Erste Vorstudien zeigen bereits, dass die mentale Widerstandskraft erhöht werden kann, wenn Studierende selbstbewusster sind. Außerdem sollte man sich nach Fehlern oder Niederlagen wie einer schlechten Note darauf konzentrieren, was man beim nächsten Mal besser machen kann, statt lange mit dem Fehler zu hadern. Auch wenn das einiges an Übung verlangt, ist es so möglich, Denkstrukturen zu ändern und mental stärker zu werden.